Geschichte der Kirche und Pfarrei Maria Meeresstern
Geschichte
Die Kirche Maria Meeresstern wurde im Jahr 1882 als Kapelle errichtet und ist damit, das älteste noch stehende Kirchengebäude der Insel.
Die Initiative ging von Kaplan Karl Boeddinghaus aus Münster aus. Der Bau erfolgte ganz im Sinne der damaligen Zeit „von Kurgästen für Kurgäste“, da der aufkommende Bädertourismus erstmals eine nennenswerte Zahl katholischer Besucher nach Borkum brachte.
Bereits 1905 machte der wachsende Kurbetrieb eine erste Erweiterung notwendig: Die Kirche wurde nach Westen um ein zusätzliches Joch vergrößert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Gemeinde erneut stark an, nicht zuletzt durch viele Heimatvertriebene, die sich ab 1945 auf Borkum niederließen. Deshalb wurde 1954 der Kirchenraum nach Osten hin erweitert. Dabei entstand ein Kirchsaal, sodass sich der Altarraum zwischen Kirchenschiff und Kirchsaal befand.
Eine weitere bedeutende Erweiterung erfolgte 1987/1988 nach Westen. Die Kirche erhielt eine große, ansteigende Empore. Gleichzeitig wurde der heutige Kirchturm als Glockenturm mit vier Glocken errichtet, der zugleich als Aufgang zur Empore dient.
In den Jahren 1989/90 konnten schließlich das Gemeindehaus Meeresstern gebaut und der neu gestaltete Kirchplatz eingeweiht werden. Die Kirche bietet heute Platz für etwa 350 Sitzplätze.


Entwicklung der Kirchengemeinde
Seit 1901 war dauerhaft ein katholischer Pfarrer auf Borkum tätig, zunächst ausschließlich für die Kirche.
Ab 1910 bestand eine kleine Kirchengemeinde, die von Emden, St. Michael aus verwaltet wurde.
Im Jahr 1924 wurde die Kirchengemeinde selbständig und 1988 zur Pfarrei erhoben.
Seit dem 1. September 2010 teilt sich die Gemeinde den Pfarrer mit der Pfarrei Christ König in Emden. Gemeinsam bilden beide Gemeinden eine Pfarreiengemeinschaft. Vor Ort wirkt eine Pastorale Stelle sowohl in der Gemeindearbeit als auch in der Kur- und Urlauberseelsorge.
Gemeinde heute
Die katholische Kirchengemeinde auf Borkum zählt derzeit knapp 800 Mitglieder. Sie gehört zum Dekanat Ostfriesland und zum Bistum Osnabrück.
Hinzu kommen zahlreiche Kurgäste und Touristen aus ganz Deutschland, die die Kirche besuchen und regelmäßig an den Gottesdiensten teilnehmen. Die Werktags- und Sonntagsgottesdienste werden überwiegend von Gastpriestern gefeiert – eine Unterstützung, über die sich sowohl Gemeindemitglieder als auch Gäste sehr freuen.
Kirchliche Einrichtungen
Das Kurheim Sancta Maria (Boeddinghausstraße 10), ein Mutter-Kind-Kurheim, wird von den Thuiner Franziskanerinnen geleitet.
Das Haus Helena am Meer (Viktoriastraße 4–6) ist ebenfalls eine Mutter-Kind-Kurklinik und gehört zum Caritas-Verband des Bistums Osnabrück.


